Engagement für die Gemeinschaft im Dorf

Zum 3. Mal hatte die Gemeinde Vertreter der Vereine, Seniorenbeauftragte und Ortschronisten, Wehrführer und Kirchenvertreter, kurz, alle um das Wohl der Gemeinde Bemühten im April zum Tag des Ehrenamtes eingeladen.

Bürgermeister Hannes Knott zog symbolisch den Hut vor den Ehrenamtlichen, die sich unermüdlich für Zusammenhalt und Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf einsetzen. Dadurch entstünden in erster Linie Heimatgefühl und funktionierende Dorfgemeinschaften, werde ein breites gesellschaftliches, kulturelles und sportliches Dorfleben ermöglicht und in einer sich immer schneller drehenden Welt Identität ermöglicht. Der Bürgermeister nannte hierfür vier Beispiele aus dem Vorjahr. Als die langjährige Schiedsfrau Sabine Andres zu Jahresbeginn 2018 ausschied, sei es sofort gelungen, dieses Ehrenamt mit Marlies Schowanek aus Waldfisch und Martin Wettstein aus Kupfersuhl wieder zu besetzen. Schwerer war es, nach dem Ausscheiden von Wolfgang Bader 2016 die Vakanz auf dem Posten des Ortsbrandmeisters zu beenden. Gewonnen werden konnte hierfür der Barchfelder Swen Scharfenberg, eine gute Wahl, wie sich inzwischen zeige.

Eine Vereinsneugründung sei inzwischen generell selten geworden. In Etterwinden geschah dies durch die Gründung des Heimat- und Kulturvereins, der es gerade schaffte, bisher nicht eingebundene Bürgerinnen und Bürger für ihren Ort zu begeistern und die renovierte und sanierte „Alte Schule“ mit Leben zu erfüllen, speziell mit Brauchtumspflege und Traditionswahrung. Das vierte Beispiel: In Gräfen-Nitzendorf bauten sich die Mitglieder des 1. Hecker SV mit Unterstützung der Gemeinde selbst eine kleine Dorfscheune.

Freud und Leid gab es 2018 in Kupfersuhl. Erst im Juni das große Fest 750 Jahre Kupfersuhl und 1200 Jahre Ersterwähnung Wackenhof. Tausende Besucher lohnten die Mühen, staunten über die Bemühungen von 215 Kupfersuhlern für ihr Heimatdorf. Diese Einstellung zeigte sich erneut, als am 4. November eine Feuersbrunst wütete, die zwei Wohngebäude und Nebengelasse vernichtete. Alle Moorgrundwehren waren im Einsatz, Unterstützung kam aus Bad Salzungen und Ruhla, Marksuhl und Tiefenort, zusammen rund 100 Einsatzkräfte, beispielhaft koordiniert durch Einsatzleiter Sören Andres. Die zweite Seite der Medaille ist die unmittelbar danach einsetzende, von Annelie Kost koordinierte Welle der Hilfsbereitschaft. Annelie Kost steht beispielhaft für viele Kupfersuhler, die geholfen und mit angepackt haben.

Schließlich stellte der Bürgermeister das Engagement der Gemeinderäte für ihren Ort heraus, die voller Verantwortung handeln und dabei auch manchmal mit Kritik leben müssen. In seinen drei Bürgermeisterjahren mit so schwierigen Entscheidungen wie der Eingemeindung nach Bad Salzungen habe er erfahren, dass die Gemeinderäte sachlich agieren und stets um die beste Lösung für die Einwohner ringen. Knott rief auf, am 26. Mai zur Wahl zu gehen. Sie sei alles andere als unwichtig, denn die fünf Kandidaten mit den meisten Stimmen je nach Liste ziehen in den Bad Salzunger Stadtrat ein, der Gemeinderat wird automatisch zum Ortsteilrat. Bürgermeister Knott bedankte sich vor allem bei vier Gemeinderäten, die die Geschicke über mehrere Wahlperioden mitbestimmten. Seit der Wiedervereinigung sind mit kurzen Unterbrechungen Fred Börner aus Möhra und Reinhard Hoßfeld aus Gumpelstadt dabei, Lars Kallenbach aus Witzelroda brachte es bisher auf fünf Amtsperioden mit 24 Jahren, während der Gumpelstädter Helmut Kallenbach vier volle Amtsperioden bewältigte und zusätzlich in den letzten Jahren als Beigeordneter den Bürgermeister vertrat. Lars Kallenbach kandidiert weiterhin, während Fred Börner, Reinhard Hoßfeld und Helmut Kallenbach in den verdienten kommunalpolitischen Ruhestand gehen.

Seinen Dank an alle Genannten und die vielen Ungenannten verband der Bürgermeister mit der Hoffnung auf ein „Weiter so“. Dann müsse man sich um die Zukunft der Moorgrunddörfer auch in der Stadt Bad Salzungen keine Gedanken machen.

Wie stets wurde der Tag des Ehrenamtes genutzt, um die verschiedenen Termine für dieses, mehr aber noch bereits für das nächste Jahr, weitestgehend zu koordinieren. Nach dem offiziellen Teil nutzten die anwesenden Ehrenamtler die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich neu oder besser kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen.