Feuerwehrfusion mit vielen Vorteilen

Die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren in Gumpelstadt und Witzelroda fusionieren zur Ortsteilwehr Gumpelstadt/Witzelroda. Das beschloss der Gemeinderat im Mai einstimmig. Die Änderung der Feuerwehrsatzung wird mit dieser Ausgabe des Amtsblatts öffentlich bekannt gegeben. Die Vorteile des Zusammenschlusses liegen auf der Hand und eröffnen den Weg für die Ersatzanschaffung eines neuen leistungsfähigen Feuerwehrfahrzeugs.

Die Fusion geht auf eine Empfehlung des Thüringer Landesverwaltungsamtes und somit der Oberen Brandschutzbehörde nach einer Begehung aller Feuerwehrstandorte im Moorgrund im April 2019 zurück. Demnach wird empfohlen, auf dem Gebiet der Gemeinde Moorgrund dauerhaft ein großes Feuerwehrfahrzeug (Löschgruppenfahrzeug LF10) zur Erfüllung der gemeindlichen Pflichtaufgabe des Brandschutzes und der allgemeinen Hilfe vorzuhalten, das wegen der räumlichen Gegebenheiten und strategisch günstigen Lage am Netzknotenpunkt B19/L 1121 nur im Feuerwehrgerätehaus Gumpelstadt stationiert werden kann. In Gumpelstadt ist gegenwärtig ein älteres LF 8/6 aus dem Jahr 2001 für eine Besatzungsstärke von 9 Kameraden vorhanden. Bei einer durchschnittlichen Besatzung von 6 Kameraden im Einsatzjahr 2019 (die Einsatzabteilung Gumpelstadt umfasst insgesamt 16 Kameraden) war das LF 8/6 bei nur 14 Prozent aller Einsatzfälle voll besetzt. Zudem wurde für den Standort Witzelroda die Förderfähigkeit eines Mannschaftstransportwagens (MTW) in Aussicht gestellt. Dort gibt es gegenwärtig ein 1998 beschafftes „Kleinlöschfahrzeug Thüringen“ für eine Besatzungsstärke von 5 Kameraden plus ein vereinseigenes Einsatzleitfahrzeug Opel Astra. Im durchschnittlichen Einsatzfall stehen in Witzelroda 7,4 von 17 Kameraden in der Einsatzabteilung zur Verfügung. Somit können nur mit beiden Fahrzeugen alle notwendigen Einsatzkräfte befördert werden.

Im Sinne einer künftigen dauerhaften Gewährleistung der Einsatzbereitschaft einschließlich Besetzung der Führungskräfteposten sowie der effektiven Auslastung der Technik entstand die Idee, beide Einsatzabteilungen zusammenzulegen, zumal die beiden Ortsteile räumlich eng beisammen liegen. Bei einem Einsatzfall sollte das neue LF 10 stets voll besetzt sein, damit alle technischen Möglichkeiten, die dieses Fahrzeug zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung bietet, auch voll umfänglich ausgenutzt werden können. Eine hundertprozentige Auslastung ist nur mit der Zusammenlegung der beiden Einsatzabteilungen gegeben. Das zurzeit in Witzelroda stationierte Fahrzeug soll im Zuge der Anschaffung des LF 10 durch einen Mannschaftstransportwagen ersetzt werden, der den Transport aller Einsatzkräfte sicherstellt und darüber hinaus für die Jugendarbeit in beiden Ortsteilen zur Verfügung stehen.

Diese Situation wurde bei Besprechungen mit den beiden Wehrleitungen sowie der Einsatzabteilungen erörtert und fand bei diesen allgemein große Zustimmung. Ebenso unterstützt der Ortsbrandmeister dieses Vorgehen.
Nach dem Beschluss im Gemeinderat und der notwendigen Änderung der Feuerwehrsatzung wird die Fusion vollzogen. Wie bereits erwähnt sind die Vorteile offensichtlich: Neben der Zusammenführung der beiden Einsatzabteilungen auf Augenhöhe mit gemeinsamer Wehrleitung und gemeinsamer Ausbildung und der damit verbundenen Ersatzbeschaffung der beiden Fahrzeuge LF 10 und MTW können auch beide Jugendfeuerwehren mit der Möglichkeit zur Etablierung eines stellv. Jugendwarts ihre Arbeit fortführen. Nicht zuletzt wird mit der Fusion bei gleichzeitiger Bewahrung beider Standorte die Möglichkeit geschaffen, die beiden weiterhin selbstständigen Feuerwehrvereine dauerhaft zu erhalten. In Gumpelstadt, aber gerade auch in Witzelroda ist dieser Verein eine wichtige Stütze bei der Organisation und Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Läuft alles nach Plan, kann das neue LF 10, dass u. a. über einen größeren Löschtank verfügt, im Jahr 2022 ausgeliefert werden und trägt zur Stärkung des Schutzes der Bevölkerung aller Einwohner im Moorgrund bei.