Gräfen-Nitzendorf an der Kläranlage angeschlossen

Am 27. August wurde die Kläranlage Gräfen-Nitzendorf eingeweiht und damit das Entwässerungskonzept für den Ortsteil abgeschlossen. Die „Hecke“ ist nach Waldfisch nunmehr der zweite Ortsteil im Moorgrund mit nahezu 100prozentigem Anschluss an eine öffentliche Abwasserklärung.

Bürgermeister Hannes Knott lobte bei der offiziellen Inbetriebnahme der Kläranlage den Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen (WVS). Grund dafür war die komplizierte Ausgangssituation: Das Neubauquartier zwischen dem ehemaligen Gräfendorf und ehemaligen Nitzendorf war bereits an eine – mittlerweile wieder veraltete – Anlage angeschlossen. Gemäß vor einigen Jahren gültiger Sachlage hätten die Einwohner der beiden älteren Ortsteile selbst jeder für sich eine vollbiologische Kläranlage bauen und finanzieren sollen. Hinzu kam, dass die Anwohner der Ostseite zusätzlich auch noch Kanalgebühren für den bereits vorhandenen Kanal hätten zahlen müssen. Diese Ungleichbehandlung mit gleich drei verschiedenen Lösungen in einem kleinen Örtchen wollte die Gemeinde vermeiden, vielmehr auf die berechtigten Bürgereinwände und deren Interessen eingehen und suchte deshalb gemeinsam mit dem WVS nach Lösungen. Diese wurden greifbar, als sich die Gesetzeslage änderte und für kleine Ortsteile extra geförderte Insellösungen ermöglicht wurden.

Somit wurde das Entwässerungskonzept für Gräfen-Nitzendorf geplant und seit Anfang vorigen Jahres in verschiedenen Etappen umgesetzt. Das „Hauptbaujahr“ war 2019 mit Bau der Druckleitung, Pumpstation und eines Stauraumkanals auf der Ostseite, ferner einer Druckleitung, Pumpstation und des Kanals auf der Westseite sowie damit verbundener Steuer- und Regeltechnik sowie Verkabelung der elektrischen Anlagen. Ebenfalls bereits im Vorjahr begann der Bau der Kompakt-Kläranlage im Baukastensystem, der in diesem Jahr vollendet wurde. Insgesamt beliefen sich die Planungs- und Baukosten auf etwa 1,7 Millionen Euro für den Wasserverband.

Die Gemeinde beteiligte sich an der Baumaßnahme mit der lt. Rechtslage vorgesehenen Mitfinanzierung der abwassertechnischen Anlagen in Höhe von ca. 110.000 Euro und gab rund 30.000 Euro für die Wiederherstellung einer homogenen Straßendecke nach dem Kanalbau auf der Westseite aus. Außerdem ermöglichte sie den Neubau der Kläranlage, indem Teile des dafür benötigten Grundstückes aus ihrem Besitz an den WVS verkauft wurde.

Innerhalb der komplexen Abwasserreinigung in der Gemeinde Moorgrund mit ihren vielen Einzelmaßnahmen in den verschiedenen Ortsteilen stellt die nun fertige Maßnahme in Gräfen-Nitzendorf einen weiteren Meilenstein dar.