Lage im Gemeindewald bleibt angespannt

Die Situation im Gemeindewald bleibt angespannt. Nach zwei zu trockenen Jahren erwartet die Gemeinde auch im Jahr 2020 ein Zuwachs an Schadholz. Für erneut in diesem Jahr geplante Aufforstungen sind Freiwillige eingeladen, sich an einer Bürgerpflanzaktion am 21. März 2020 zu beteiligen.

Der Gemeindewald Moorgrund mit einer Gesamtfläche von ca. 75 ha liegt mit Einzelflächen relativ verstreut in fast allen Gemarkungen der Gemeinde. Der Waldbestand wird durch Nadelhölzer der mittleren Altersklassen dominiert. Bei einem Einschlag von jährlich 200 – 500 Festmetern wurden in den Jahren 2006 bis 2017 Reinerlöse von durchschnittlich 7.000€ erzielt. Dabei sind auch die erforderlichen Pflegearbeiten und Aufforstungen mit eingerechnet. Nach den Stürmen „Friederike“ und „Irenäus“ im Winter und Frühjahr 2018 waren bereits erhebliche Schäden aufgetreten, die sich durch die extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 mit einhergehender Borkenkäferkalamität fortlaufend bis jetzt ständig vermehrt haben.

Die Schadsituation ist vergleichbar mit dem angrenzenden Staatswald des Forstamtes Bad Salzungen, in dem analog starke Schäden durch mehrere Stürme in kurzer Abfolge und anschließenden Borkenkäferbefall (insbesondere an der am stärksten geschädigten Baumart Fichte) zu verzeichnen sind. Durch diese Umstände befinden sich die noch vorhandenen Waldbestände in einem sehr instabilen Zustand, der weiteren Windereignissen leichtes Spiel bietet. Auch im Jahr 2020 ist mit einem vermehrten Auftreten des Borkenkäfers zu rechnen, da die Ausgangspopulation des Käfers im letzten Herbst sehr hoch war.

Die Situation wirkt sich gleichzeitig sehr negativ auf die zu erzielenden Holzerlöse sehr negativ aus. Der Holzmarkt wurde durch die fast ganz Mitteleuropa betreffende Waldsituation arg in Mitleidenschaft gezogen. Ein Absatz aller Sortimente ist derzeit kaum möglich. In diesem Zusammenhang möchten wir an Brennholz interessierte Bürger darauf hinweisen, sich direkt an unsere Revierleiterin, Frau Jarski (Tel.: 0172/3480133) zu wenden. Zudem plant die Gemeinde auch Flächen mit Schadholzbeständen, die nicht wirtschaftlich aufzuarbeiten sind, zunächst stehen zu lassen – es sei denn, aus Gründen der Verkehrssicherheit ist eine Fällung notwendig.

Im Jahr 2018 wurden ca. 6.500 Festmeter Schadholz im Gemeindewald aufgearbeitet und weitgehend verkauft. Der dadurch erzielte Reinerlös betrug rund 25.600€. Im Jahr 2019 lag der Reinerlös bei rund 52.000€. Bei der Aufarbeitung waren verschiedene regionale Firmen im Einsatz. Aufgrund der sich ständig ändernden Situation musste laufend reagiert werden und die Verfügbarkeit geeigneter Unternehmer gestaltete sich zunehmend schwerer. Die Vielzahl an Poltern, die entlang der Wirtschaftswege zu sehen sind und teils aus dem Gemeindewald, teils aus dem Staatswald stammen, wurde dennoch bereits verkauft.

Im Frühjahr 2019 erfolgte die Wiederaufforstung von ca. 7,5 Hektar der vorjährigen Schadflächen und die Schaffung von Personalkapazitäten für die Aufwuchspflege. In fachlicher Abstimmung mit der zuständigen Revierleiterin wurden bei der Planung der Aufforstungen vorrangig Laub-Nadelholz-Mischbestände bevorzugt. Diese setzen sich aus verschiedenen Mischungen oder einzelnen Horsten der Baumarten Rotbuche, Douglasie, Traubeneiche, Lärche, Weißtanne, Küstentanne, Bergahorn, Winterlinde und Schwarzerle zusammen. In einigen Fällen war ein Zaunbau nötig, da sich die Wildbestände auf einem zu hohen Niveau befinden.

Im Herbst 2019 wurden weitere Käferschadflächen saniert. Auf diesen soll in den nächsten Wochen mithilfe einer Bürgerpflanzaktion neuer Wald entstehen. Wir freuen uns auf viele fleißige Helfer. Termin für die Bürgerpflanzaktion ist Samstag, der 21. März 2020. Wir treffen uns um 9 Uhr an der Gauchstalwiese (ca. 800 m nach dem Anglerheim). Bitte, wenn möglich, Pflanzhacke und Handschuhe mitbringen! Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.