Rekordsommer im Moorgrund?

Der Sommer 2018 im Moorgrund könnte ein Rekordsommer gewesen sein. Eine genaue Aussage hierzu ist leider nicht möglich, da offizielle Messdaten an der Wetterstation in Gräfen-Nitzendorf erst seit 2005 zur Verfügung stehen. Rückblicke über Jahrzehnte hinweg sind damit nicht möglich. Aber: Der gefühlte Endlos-Sommer mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag wird auch durch statistische Werte belegt. So meldet der Deutsche Wetterdienst für die Messstation Gräfen-Nitzendorf im Zeitraum vom 01. April bis 30. September 2018 70 Tage mit Tageshöchsttemperaturen über 25°C (Sommertage) und damit knapp doppelt so viele wie der Durchschnitt von 37 Sommertagen seit Beginn der Messaufzeichnungen in Gräfen-Nitzendorf (2005-2017) für den Zeitraum von April bis September. Auch die Anzahl der heißen Tage (über 30°C Tageshöchsttemperatur) ist mit 22 Tagen rekordverdächtig. Die heißeste Periode dauerte vom 23. Juli bis zum 9. August. In diesen 18 Tagen meldete die Station durchgängig Hochsommer im Moorgrund mit 16 heißen Tagen.

Vergleichsdaten aus unserer Region über das Rekordsommerjahr 2013 sind lediglich von der Messstation Meiningen verfügbar. Damals meldete der Deutsche Wetterdienst dort 51 Sommertage und 14 heiße Tage für den Zeitraum April bis September.

Auch der Niederschlag blieb in den letzten Monaten nahezu aus. Seit 14. April bis 20. September regnete es laut Deutschen Wetterdienst im Moorgrund nicht mehr nennenswert. Extrem trocken waren die Monate April (ab 14. bis Monatsende), Juni und August mit je rund 10 Liter pro Quadratmeter, sowie der Juli mit 27,5 Liter und der September (bis 20.) mit knapp 20 Liter. Sogar bundesweit betrachtet gelangt die Messstation Gräfen-Nitzendorf in das Blickfeld. In den Sommermonaten Juni bis August 2018 gehörte der Moorgrund mit lediglich 48,4 Liter pro Quadratmeter zu den 13 trockensten Messstationsgebieten in Deutschland, in Thüringen fielen nur noch in Arten und Mühlhausen weniger Regen.

Die Trinkwasserversorgung im Gemeindegebiet blieb trotz extremer Witterungsbedingungen stabil, auch wenn in Etterwinden die Bewässerung des Sportplatzes untersagt werden musste.

Die extreme Trockenheit führte vor allem zu Auswirkungen in der Landwirtschaft. Die Agrargenossenschaft Moorgrund e.G. meldet bei allen Kulturen Ertragseinbrüche und damit erhebliche finanzielle Einbußen. Die Abweichungen zum 10-Jahresmittel reichen 2018 von minus 15 Prozent bei Silomais bis minus 40 Prozent bei der Sommergerste. Körnermais konnte gar nicht produziert werden. Die Produktion von Gras- und Maissilage brach nahezu ein, sodass die Futtersituation nach Angaben der Agrargenossenschaft Moorgrund e.G. noch prekärer ist als bei der Feldfruchternte. Um die Versorgung der Nutztiere zu sichern, kann die Agrargenossenschaft kein Heu oder Stroh weiterverkaufen. Die Maisernte wurde komplett gehäckselt, um die Futtervorräte aufzufüllen.