Sanierung der „Alten Schule“ in Etterwinden

Zurzeit wird mit Fördermitteln der Dorferneuerung die „Alte Schule“ in der Schulstraße in Etterwinden saniert. Es handelt sich dabei um ein kulturhistorisch bedeutsames, ortsbildprägendes Bauwerk. Bestimmt auch deswegen wird die Sanierung in der Bevölkerung aufmerksam begleitet. Bislang wurden die dringend sanierungsbedürftigen Außentreppen erneuert. Der Aufgang zu den Mietwohnungen im Obergeschoss des Gebäudes sowie die Erneuerungen der Hauseingangstüren stehen zur Sanierung an.

Kritik aus der Bevölkerung gab es vor allem hinsichtlich der Fassadengestaltung des Obergeschosses. Das vorhandene Fachwerk wurde gedämmt und mit einer hochwertigen Lärchenholzverschalung versehen.  Vorwürfe wurden laut, dass die Gemeinde gegen ihre eigene Gestaltungssatzung verstoße, wenn sie eine Lärchenholzverschalung bevorzuge. Zu all dem ist zu sagen, dass das sichtbare Fachwerk bereits nicht mehr das Originale war, sondern bereits aufgedoppelt war. Zudem ist eine Wärmedämmung, wie sie vorgenommen wurde, deshalb angebracht und sinnvoll, weil es sich im Obergeschoss um dauerhaft genutzte, bewohnte Räume handelt. Ein Verstoß gegen die Gestaltungssatzung für das Ortzentrum von Etterwinden liegt nicht vor, denn in dieser heißt es zwar unter § 5, dass Fachwerkfassaden zu erhalten sind, „wenn nicht bautechnische Anforderungen (Schlagregensicherheit, Dämmung) dagegen sprechen“. Das ist in diesem Falle gegeben. Die Gemeinde hat sich daraufhin für eine Lärchenholzverschalung entschieden, die ebenfalls ortbildgerecht ist und bereits bei vielen öffentlichen Gebäuden im Moorgrund Anwendung gefunden hat.  So wurde sogar bei der alten Gaststätte in Waldfisch, einem denkmalgeschützten Gebäude, in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde an der Wetterseite eine Lärchenholzverschalung genehmigt.

Bedenken wurden ferner geäußert zur vorgesehenen Verputzung des Erdgeschosses. Die Bachsteinklinkerfassade solle lieber erhalten werden, sagen manche Einwohner. Die Verwaltung entschied sich deshalb in Abstimmung mit dem Bauausschuss, eine Entscheidung erst zu fällen, nachdem der obere Bereich fertiggestellt wurde. Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin im  August, an dem neben dem Bürgermeister auch die Bauverwaltung, der Dorfentwicklungsplaner, die Fördermittelgeber und der Architekt des Objektes teilnahmen, wurde über das weitere Vorgehen beraten und eine Putzfassade empfohlen. Dem schloss sich der Bauausschuss mit deutlicher Mehrheit an. Als Begründung wird aufgeführt, dass in die Backsteinklinkerfassade bereits oft störend eingegriffen wurde. An der Straßenseite sind Beton-, anstelle von Backsteinstürze verbaut, eine hofseitig zugemauerte Tür und schadhafte Stellen sowie eine Leitungsführung an der Fassade sind vorhanden. Durch die Dämmung des oberen Bereiches ist auch der Ziersims des Backsteins nicht mehr sichtbar und gibt dem Gebäude eine neue Ansicht. Aus Gemeindesicht sollte diese Ansicht mit einem Putz, der auch nicht im Widerspruch zur Gestaltung des Innenbereiches steht, komplettiert werden. Das Verputzen der Fassade und die Freiflächengestaltung des Hofes werden im Jahr 2019 ausgeführt. Die Gemeinde ist davon überzeugt, dass die dann fertig sanierte „Alte Schule“ eine Bereicherung der Ortsmitte von Etterwinden darstellt.